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BILD
Berlin 2008
Germany
DATE : 2008
TITLE : "Sieht so die Stadt der Zukunft aus?"
JOURNALIST : Von Albert Link
LINKS : www.bild.de
<div id="photo_vinsty"> Sieht so die Stadt der Zukunft aus? Künstliche Inseln, Wolkenkratzer-Farmen – Forscher entwickeln visionäre Modelle, um Übervölkerung und Klimawandel zu trotzen.

Lernen unsere Städte bald schwimmen? Geht die Landwirtschaft in die Luft? Zwei Zukunftsforscher haben auf die Fragen, wie unsere Städte in 50 oder 100 Jahren aussehen, wie unsere Kinder und Kindeskinder dann leben werden, spektakuläre Antworten gefunden!

Ihre Visionen spiegeln die größten Herausforderungen unserer Zeit: Die Bevölkerungsexplosion (9 Milliarden Menschen im Jahr 2050), die vor allem in Mega-Citys wie Schanghai dramatische Versorgungsengpässe zur Folge haben könnte. Und die globale Erderwärmung, die weltweit die Meeresspiegel ansteigen lässt und Millionen von „Klimaflüchtlingen“ produzieren wird.

Vision Nr. 1: Schwimmende Städte, denen Fluten so wenig anhaben können wie einem Seerosenblatt, dem natürlichen Vorbild des Modells. „Mein Ziel ist es, eine harmonische Einheit von Mensch und Natur zu kreieren“, sagt der Pariser Architekt Vincent Callebaut. Auf jeder seiner „Ecopolis“ genannten „Archen“, sollen 50 000 Menschen aller Nationalitäten und sozialer Schichten Platz finden.

Die künstlichen Inseln lassen sich von Meeresströmungen treiben – oder machen vor übervölkerten Küstenstädten wie Monte Carlo fest.

Callebaut: „Vorrangig sollen sie jene Menschen aufnehmen, denen das Meer Land und Lebensgrundlage raubt – etwa die Bewohner der polynesischen Atolle.“ Durch Nutzung von Alternativenergien und eigener Landwirtschaft (großteils unterirdisch) könnten sich die Bewohner selbst versorgen. Lebensgrundlage ist ein Süßwassersee im Zentrum der schwimmenden Schicksalsgemeinschaft.

Vision Nr. 2: Der New Yorker Mikrobiologe Dickson Despommier will global die Landwirtschaft revolutionieren: Ackerbau soll nicht mehr in die Breite wachsen, sondern in die Höhe! Eine Idee, die vor einigen Jahren schon einmal in den Niederlanden diskutiert wurde.

Der Plan: Mitten in den Metropolen der Welt sollen auf bis zu 30 Stockwerke hohen Wolkenkratzern Erdbeeren und Tomaten reifen.

„Jede vertikale Farm kann 50 000 Menschen ernähren“, schwärmt der US-Professor. Freiwerdende Ackerflächen könnten im Gegenzug mit Bäumen bepflanzt werden – zur Entlastung des Klimas. Die Opferung der letzten Naturparadiese zugunsten der Landwirtschaft wäre endlich gestoppt. Weitere Argumente für seine „Sellerie-and-the-City“-Strategie:

Der Anbau kann ganzjährig und unabhängig von Wetterkapriolen erfolgen. Die Ernte wird frisch verkauft – statt halbreif mit Lkw und Flugzeug über riesige Distanzen gekarrt zu werden.

Auf die chemische Keule kann bei einem intelligenten Pflanzen-Mix weitgehend verzichtet werden. Resultat: keine giftigen Abwässer mehr.

Durch den Einsatz alternativer Energien (Sonne, Wind, Bioabfälle) ergeben sich zusätzliche Einsparpotenziale.

„Die Investitionskosten zahlen sich nach 10 bis 15 Jahren aus“, betont der Experte Despommier. Interessenten aus Dubai und China rechnen bereits nach . . .